Kurzbewerbung schreiben

Was beinhaltet eine Kurzbewerbung? (Anschreiben, Lebenslauf, Zeugnisse)

Glassdoor Team

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Glassdoor Team | Autor & Karriere-Experte bei Glassdoor | 9. Juni 2020

Überzeugen auf zwei Seiten – das ist das Ziel der Kurzbewerbung. Bewerber:innen zeigen so kurz und knapp, was in ihnen steckt. Doch was gilt in Sachen ausführliche Bewerbung vs. Kurzbewerbung: Wo liegen die Unterschiede? Und was gehört hinein?

Was ist eine Kurzbewerbung?

Mithilfe der Kurzbewerbung können Unternehmen im Vorfeld prüfen, welche Bewerber:innen in die engere Wahl kommen – und bei wem es sich lohnt, genauer hinzuschauen. Für die Personalabteilung ist diese Bewerbungsform also eine gute Möglichkeit, um eine erste, zügige Entscheidung zu treffen.

Wer sollte zum Vorstellungsgespräch eingeladen werden, wer soll direkt eine Absage erhalten?

Und wer bekommt vielleicht die Chance für ein Telefoninterview?

Wichtig dabei: Eine Kurzbewerbung ist kein Ersatz dafür, eine vollständige Bewerbung zu schreiben. Sie ist diesem Schritt lediglich vorgelagert.

Kurzbewerbung – mehr als Anschreiben und Lebenslauf?

Nein, in der Regel nicht. Denn genau aus diesen beiden Komponenten besteht eine Kurzbewerbung: Sie umfasst ein Anschreiben und einen tabellarischen Lebenslauf.

Insgesamt besteht eine Kurzbewerbung damit also aus zwei Seiten, die Sie jeweils unterschreiben. Anhand dessen sollen Personalabteilungen einen schnellen, aber umfassenden Überblick über den bisherigen Werdegang der Bewerber:innen bekommen.

Tipps für das Anschreiben Ihrer Kurzbewerbung

Achten Sie im Anschreiben für Ihre Kurzbewerbung auf einen guten ersten Satz. Dieser sollte das Interesse der Leser:innen wecken und ist die beste Einleitung. Bei Ihrer Selbstpräsentation gilt: Rechtschreib- und Zeichenfehler sind – wie bei all Ihren restlichen Bewerbungsunterlagen – tabu. Überschreiten Sie die Maximallänge von einer DIN A4- Seite nicht, wählen Sie eine klare, gut leserliche Schrift und eine ausreichende Schriftgröße von mindestens 11 Punkt.

Das Anschreiben soll immer Neugier wecken. Führen Sie hier auf, warum gerade Sie für die ausgeschriebene Stelle infrage kommen. Zeigen Sie, welche Qualifikationen Sie mitbringen, belegen Sie Erfolge an konkreten Beispielen und machen Sie Ihre Motivation deutlich. Fassen Sie sich kurz und nehmen Sie sich Zeit für die wenigen Sätze, die Sie haben.

So gestalten Sie den Lebenslauf für Ihre Kurzbewerbung

Auch beim Lebenslauf sind Fehler tabu und es gilt eine maximale Länge von einer DIN A4-Seite. Wählen Sie die einzelnen Stichpunkte also sorgfältig aus. Das geht am besten folgendermaßen:

  • Nehmen Sie Ihre herkömmliche, vollständige Vita zur Hand.
  • Prüfen Sie jeden Eintrag einzeln dahingehend, ob es sich um Top-Fähigkeiten für Ihren Lebenslauf handelt und ob diese für die vakante Stelle wichtig sind.
  • Fokussieren Sie sich vor allem auf Ihre Karrierestationen und auf Erfolge der jüngeren Vergangenheit.
  • Streichen Sie radikal die Einträge, die länger als zehn Jahre zurückliegen – es sei denn, sie sind besonders wegweisend und bedeutend. Etwa, wenn Sie als Werkstudent:in eine wichtige Erfahrung im Zusammenhang mit Ihrem Wunscharbeitgeber gemacht haben.
  • Aushilfsjobs oder Nebenjobs können in der Regel getrost gelöscht werden.
  • Bauen Sie den Lebenslauf für Ihre Kurzbewerbung schließlich antichronologisch auf. Das heißt, beginnen Sie mit den Stationen, die am kürzesten zurückliegen. Achten Sie zudem auf ein möglichst aktuelles Bewerbungsfoto.
Kuzrbewerbung schreiben

Ausführliche Bewerbung vs. Kurzbewerbung: Wo liegen die Unterschiede?

Nicht nur inhaltlich, auch äußerlich unterscheidet sich die Kurzbewerbung von den umfangreichen Bewerbungsunterlagen oder Bewerbungsmappen, die üblicherweise Personaler:innen erreichen. Anders als bei einer ausführlichen Bewerbung wird bei der Kurzbewerbung auf eine Bewerbungsmappe verzichtet. Neben dem Deckblatt fehlen zudem Zeugnisse, Referenzen, Arbeitsproben und weitere Dokumente wie Empfehlungsschreiben und Ähnliches.

Da Zeugnisse nicht Bestandteil der Kurzbewerbung sind, sollten Sie bei besonders guten Abschlüssen die Note in Klammern hinter die jeweilige Station setzen. Auf diese Weise lassen sich die entsprechenden Leistungen einordnen, ohne dass der oder die Personaler:in Ihre Zeugnisse gesehen haben muss.

Wann ist eine Kurzbewerbung für Bewerber:innen sinnvoll?

Eine Kurzbewerbung ist immer dann sinnvoll, wenn ein Unternehmen sehr viele Bewerber:innen auf eine Stelle erwartet. Dann sprengt das Sichten umfangreicher Unterlagen den zeitlichen Rahmen – und Sie rücken mit Ihrer Kurzbewerbung beim Wunscharbeitgeber in den Fokus.

Auch auf Job- oder Ausbildungsmessen oder im Rahmen von Netzwerkveranstaltungen werden Kurzbewerbungen gerne genutzt. Jobinteressierte können die Kurzbewerbung an interessante Gesprächspartner:innen herausgeben, ohne auf Anhieb alles über sich verraten zu müssen. Auf diese Weise funktioniert diese Bewerbungsform auch als Initiativbewerbung.

Personaler:innen profitieren ebenfalls – Sie können die Kurzbewerbungen in ihren Pool an Bewerber:innen aufnehmen. Zusätzlich liegt der Personalabteilung eine gute Übersicht über Qualifikationen und Karrierewege vor. Bei Bedarf ist es umso einfacher, Kontakt zu Ihnen aufzunehmen.

Fazit: Vor- und Nachteile der Kurzbewerbung

Kurzbewerbungen vermitteln einen guten ersten Eindruck, wenn es schnell gehen muss, und geben auf zwei Seiten einen idealen Überblick. Auf Jobmessen können Bewerber:innen diese Bewerbungsform quasi als Give-away an für sie interessante Unternehmen herausgeben. Der finanzielle und zeitliche Aufwand ist gering.

Unternehmen müssen umfangreiche Bewerbungsunterlagen dadurch nicht lagern oder an Bewerber:innen zurücksenden. Auf diese Weise werden auch Kosten eingespart.

Der einzige Nachteil: Eine Kurzbewerbung kann – im Vergleich zu einer umfassenden Bewerbung – nur einen eingeschränkten Eindruck von Ihnen vermitteln. Die herkömmliche Bewerbung ersetzt sie deshalb nicht.

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