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Das zweite Vorstellungsgespräch: Fragen und die richtigen Antworten – ein Trainingsplan

Glassdoor Team
Glassdoor Team | Autor & Karriere-Experte bei Glassdoor | 25. Juli 2022
Wer zu einem zweiten Vorstellungsgespräch eingeladen wird, ist auf der Zielgeraden zum neuen Job. Damit es mit der Wunschstelle klappt, kommt es jetzt auf jedes Detail an. Aber keine Sorge: Mit uns bereiten Sie sich optimal und Schritt für Schritt auf das zweite Vorstellungsgespräch und mögliche Fragen sowie Antworten vor!
Mit großen Schritten dem Ziel näher kommen
Geschafft – jedenfalls fast. Wenn Sie zu einem zweiten Vorstellungsgespräch eingeladen werden, haben Sie im ersten Interview schon einen sehr guten Eindruck hinterlassen und sind in der engeren Auswahl. Das ist aber noch keine Garantie dafür, dass Sie die Stelle bekommen. Das zweite Vorstellungsgespräch erfordert deshalb eine genauso gründliche Vorbereitung wie das erste Treffen. Und in einigen Punkten müssen Sie sich auch auf neue Herausforderungen einstellen. Vergessen Sie übrigens nicht, den Termin für dieses Gespräch zu bestätigen. Dann geht es los mit der professionellen Vorbereitung: Erfahren Sie hier bei Glassdoor Tipps und mögliche Themen für das zweite Vorstellungsgespräch.
Wann das zweite Vorstellungsgespräch erforderlich ist
Noch vor wenigen Jahren waren zwei Vorstellungsgespräche eher unüblich – mit Ausnahme der Besetzung höherer Posten. Mittlerweile hat sich der Bewerbungsprozess zumindest bei großen Unternehmen geändert, wo inzwischen viele Jobs der mittleren Ebene und mitunter sogar Einstiegsstellen erst nach einer zweiten Gesprächsrunde vergeben werden. Aber auch andere Gründe, wie etwa die Abwesenheit wichtiger Entscheider:innen beim ersten Treffen, das Auftauchen eines neuen, sehr vielversprechenden Bewerbers beziehungsweise einer vielversprechenden Bewerberin oder eine Entscheidungsunsicherheit bei Personalverantwortlichen können Gründe für ein weiteres Treffen sein.
Wie viele Bewerber werden zum zweiten Vorstellungsgespräch eingeladen?
Das ist von Arbeitgeber zu Arbeitgeber sehr unterschiedlich. Sie können aber davon ausgehen, dass allein schon aus Ressourcen- und Kapazitätsgründen nicht viele Bewerber:innen zur zweiten Runde eingeladen werden – es sieht also jetzt schon gut für Sie aus und Sie haben sich offenbar bereits im ersten Vorstellungsgespräch professionell präsentiert. In den nächsten Punkten zeigen wir Ihnen, wie Sie sich am besten auf Teil zwei vorbereiten können.
Schritt 1: Den ersten Termin Revue passieren lassen
Zuallererst sollten Sie sich das erste Vorstellungsgespräch wieder ins Gedächtnis rufen, gerade wenn es schon ein wenig zurückliegt. Denn aus dem Verlauf und der Resonanz können Sie sicher gute Rückschlüsse auf Ihren nächsten Termin ziehen. Erinnern Sie sich: Was ist aus Ihrer Sicht besonders gut gelaufen, wo haben Sie vielleicht nicht ganz so gut ausgesehen? Wie hat Ihr:e Gesprächspartner:in auf welche Aussagen reagiert, was war wichtig und wurde noch einmal thematisiert? Arbeiten Sie selbstkritisch alle Aspekte des Treffens auf.
Bonus-Tipp
Wenn Sie im Anschluss an das erste Meeting oder bei der Einladung zum zweiten Bewerbungsgespräch die Gelegenheit haben, mit Ihrem Gegenüber zu sprechen, sollten Sie diese Chance nutzen. Denn oft ist es so, dass Ihr:e erste:r Gesprächspartner:in bereits von Ihnen überzeugt ist. Wenn Sie das im Feedbackgespräch merken, können Sie Ihrem Gegenüber mit geschickten Fragen durchaus ein paar „Erfolgsfaktoren“ für die endgültige Entscheidung entlocken. Erfragen Sie beispielsweise, welche Eigenschaft der Wunschkandidat oder die Wunschbewerberin unbedingt mitbringen sollte – und auf welche Dinge besonders viel Wert gelegt wird.
Schritt 2: Auf neue Gesprächspartner:innen einstellen
In der Regel wird das erste Vorstellungsgespräch meistens von Abteilungs- oder Teamleiter:innen und/oder einer beziehungsweise einem HR-Verantwortlichen geführt. Beim zweiten Termin treffen Sie auf neue Gesprächspartner:innen, die im ersten Meeting nicht dabei waren. Es können zum Beispiel weitere Führungskräfte des Unternehmens oder potenzielle neue Kolleginnen und Kollegen aus Ihrer Abteilung anwesend sein. Wenn Ihnen die Namen vorher bekannt gemacht werden – was mittlerweile die Regel ist – versuchen Sie, sich über diese Personen so gut wie möglich zu informieren. Das ist genauso wichtig, wie die Recherche über fachliche Details oder das Unternehmen selbst. Selbst dann, wenn Sie es nur für den Auftakt-Smalltalk nutzen.
Wie läuft ein zweites Vorstellungsgespräch ab?
Rechnen Sie damit, dass Ihnen teilweise die gleichen Fragen wie beim letzten Mal gestellt werden und dass Sie noch einmal kurz Ihren Werdegang darstellen müssen. Das geschieht bisweilen aber eher kurz, gefragt sind jetzt eher Details.
Bonus-Tipp
Oft gibt es bei mehreren Teilnehmer:innen die Aufteilung in „Good and Bad Cop“. Hierbei nimmt eine Person bewusst die kritische Rolle mit anstrengenden Fragen ein. Das ist als HR-Methode für Vorstellungsgespräche zwar nicht mehr wirklich zeitgemäß, wird aber leider immer noch oft praktiziert. Wichtig ist, dass Sie auch bei diesem Wechselspiel ruhig und gelassen bleiben und sich stressresistent zeigen – schließlich steckt auch bei Fragen wie „Sind Sie für diese Stelle nicht unterqualifiziert?“ meistens nichts Persönliches dahinter.
Schritt 3: Auf Details vorbereitet sein
Auch wenn das Gespräch nicht mehr nach alten, groben Regeln geführt wird, müssen Sie selbstverständlich damit rechnen, dass die Fragen im zweiten Vorstellungsgespräch noch einmal sehr viel tiefer ins Detail gehen. Ihre Lebens- und Jobstationen werden genauer abgeklopft. Im zweiten Vorstellungsgespräch wird es auch fachliche Fragen an Bewerber:innen geben, die sicherlich noch herausfordernder werden. Das kann dann schon mal – beabsichtigt oder nicht – zu einem echten Stresstest ausarten. Schwierige Fragen von der Geschäftsführung oder Verhaltens- sowie Persönlichkeitsfragen zielen aber meist darauf ab, Ihre Problemlösungsfähigkeit, Spontaneität und Kreativität zu testen – und Sie schlichtweg besser kennenzulernen.
Muss ich als Bewerber:in Aufgaben während des Vorstellungsgespräches bearbeiten?
Eher seltener werden Sie im zweiten Vorstellungsgespräch konkrete Aufgaben bearbeiten müssen, auch wenn dies möglich ist. Erfragen Sie das einfach vorab und erkundigen Sie sich zum Ablauf im Allgemeinen. Das macht einen guten Eindruck und zeigt, dass Sie sich optimal vorbereiten möchten. Bei manchen Arbeitgebern gehört zum Bewerbungsprozess auch ein Probearbeitstag. Darüber werden Sie im Voraus informiert.
Welche Fragen und Antworten erwarten Sie im zweiten Vorstellungsgespräch?
Wir haben Ihnen ein paar Beispiele für Themen, die beim Vorstellungsgespräch in der zweiten Runde aufkommen können, aufgelistet. Neben den Fragen finden Sie bei uns auch wertvolle Tipps für eine mögliche Antwort.
Frage: Welche Erfolge haben Sie für Ihr jetziges Unternehmen erreicht?
Zeigen Sie in der Antwort Ihre Tätigkeit am besten an exakten Beispielen auf – natürlich ohne Geheimnisse Ihres jetzigen Arbeitgebers zu verraten.
Frage: Wieso wollen Sie Ihren Arbeitsplatz wechseln?
Bei der Antwort müssen Sie ein wenig aufpassen und Fingerspitzengefühl beweisen. Es geht bei dieser Frage darum, ob Sie freiwillig Ihre jetzige Position wechseln wollen und wie loyal Sie sind. Antworten Sie daher der Wahrheit entsprechend, ohne Ihren bisherigen Arbeitgeber in ein negatives Licht zu rücken. Möglich wäre etwa, dass Sie sich nicht mehr weiterentwickeln können oder sich mehr Verantwortung wünschen, die durch Ihre Teamkonstellation zum Beispiel nicht möglich ist.
Frage: Wie haben Sie in Ihrem Job für Innovationen gesorgt?
Auch hier gilt: Vorsicht bei Ihrer Antwort. Es geht um das Verhältnis zwischen Ihrer Anpassungsfähigkeit und der Fähigkeit, andere Wege zu gehen. Am besten haben Sie hier ein Beispiel parat, bei dem sich Ihr Weg, etwas anders anzugehen, als der richtige erwiesen hat.
Frage: Wieso wollen Sie in dieser Firma arbeiten?
Bei der Antwort sollte es um Ihre Erfahrungen und Fähigkeiten gehen. Da Sie ja über die avisierte Stelle recherchiert haben, bringen Sie nun Ihre Kompetenzen möglichst exakt mit dem Anforderungsprofil der neuen Position in Einklang.
Frage: Was war für Sie die bisher schwierigste Entscheidung?
Bei dieser Antwort geht es um eine Balance – nämlich die zwischen Ihrer Entscheidungsfähigkeit und der Integrität gegenüber dem Arbeitgeber. Am besten berichten Sie über eine Episode, die sich mit der Firmenkultur des möglichen neuen Arbeitgebers vereinen lässt.
Bonus-Tipp
Widmen Sie sich einer gründlichen Recherche nach möglichen Fragen und Antworten für Ihren Termin. Unsere 20 Beispiele für außergewöhnliche Fragen oder das Frage-Antwortspiel nach Ihren Stärken oder nach Ihrer größten Schwäche können dabei zum Beispiel hilfreich sein.
Welche Fragen kann ich im zweiten Vorstellungsgespräch stellen?
Die Fragen beim zweiten Vorstellungsgespräch kommen nicht nur vom Arbeitgeber. Vielleicht sind die Fragen an Bewerber:innen zunächst im Fokus – doch in der Regel werden Sie bei der zweiten Runde des Vorstellungsgesprächs vermehrt Gelegenheit bekommen, Ihrerseits Fragen zu stellen. Das ist Ihre Chance! Denn wer hier zeigt, nicht nur an Einzelheiten zur Position und persönlichen Zielen interessiert zu sein, beweist Engagement und Lust auf den neuen Job. Stellen Sie Fragen im zweiten Vorstellungsgespräch, gerne zur aktuellen Lage des Arbeitgebers oder zur Strategie des Unternehmens und der Branche. Hier sind Sie ebenfalls mit einer möglichst genauen Vorfeld-Recherche im Vorteil. Wenn sich daraus eine kleine Diskussion ergibt, umso besser. Vermeiden Sie allerdings, zu ausführlich zu werden oder weitschweifend zu dozieren.
Umgang mit der Frage nach dem Gehalt
Im besten Fall wurde der Punkt Gehalt im ersten Gespräch zumindest angerissen. Schließlich müssen beide Seiten wissen, ob sie zusammenkommen können.
Wurde das Gehalt im ersten Termin ausgespart, können Sie sicher sein, dass die Frage nach Ihren Vorstellungen nun am Ende des Gesprächs auf den Tisch kommt (es sei denn, im Bewerbungsprozess warten noch weitere Gespräche auf Sie). Manchmal ist es auch so, dass Ihr Gegenüber aus dem ersten Treffen keine Entscheidungsbefugnis über die Höhe Ihres Gehalts hat. Je mehr Sie die wichtigen Tipps für eine erfolgreiche Gehaltsverhandlung kennen und beherzigen, desto besser kann es für Sie laufen.
Darf ich als Bewerber:in im Vorstellungsgespräch das Thema Gehalt ansprechen oder wird das grundsätzlich vom Personalverantwortlichen auf den Tisch gebracht?
Natürlich können Sie das Thema Gehalt selbst anschneiden. Denken Sie aber daran: Obwohl die Gespräche schon weit sind, ist es nicht notwendig, jetzt zu einem endgültigen Abschluss zu kommen. Gerade unterschiedliche Gehaltsvorstellungen müssen in diesem Rahmen nicht zu Ende diskutiert werden. Aber genauso wenig, wie Sie sich beim zweiten Termin auf ein Gehalt festlegen müssen, sind Sie verpflichtet, gleich zuzusagen. Wenn Sie – bewusst oder unbewusst – ein unsicheres Gefühl haben, bitten Sie um ein paar Tage Bedenkzeit, zum Beispiel in Ihrem Dankschreiben nach dem Vorstellungsgespräch. Das ist kein Affront oder Gehabe, sondern professionelles Verhalten.
Fazit – so punkten Sie im zweiten Vorstellungsgespräch
Wie schon bei der ersten Gesprächseinladung ist eine gute Vorbereitung das A und O. Denken Sie darüber nach, welche Fragen gestellt werden könnten – Beispiele finden Sie in unserem Ratgeber – und wie Sie darauf antworten können. Überlegen Sie aber auch, welche Fragen Sie selbst stellen möchten. Bleiben Sie in jedem Fall authentisch, gelassen und professionell. Dann steht einem erfolgreichen zweiten Vorstellungsgespräch nichts mehr im Wege!
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