Tipps für die Arbeit im Home Office

Home Office: 10 Tipps für das Arbeiten Zuhause

Glassdoor Team

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Glassdoor Team | Autor & Karriere-Experte bei Glassdoor | 11. Jan. 2023

Was für Freiberufler:innen und digitale Nomaden schon lange Standard ist, verbreitet sich auch unter Angestellten immer mehr – das Arbeiten im Home Office. Das liegt nicht zuletzt daran, dass es Unternehmen und Arbeitnehmer:innen die Chance gibt, flexibel zu bleiben. Damit das Home Office produktives und effizientes Arbeiten ermöglicht, sollten Sie allerdings auf einige Dinge achten. Unsere zehn Tipps helfen Ihnen dabei, auch fernab des Büros erfolgreich zu sein.

Experte: Hans-Georg Willmann

Seit über 20 Jahren begleitet Hans-Georg Willmann Menschen bei der Verwirklichung ihrer Karriere- und Lebensziele. Als Personalauswahl-Experte und Karriereberater unterstützt er Absolvent:innen bei der Berufswegplanung und Fach- und Führungskräfte bei beruflichen Veränderungen.

Foto (c) Alex Jung

Experte: Hans-Georg Willmann headshot

Welche Vorteile hat das Home Office für Arbeitnehmende?

Für Arbeitnehmer:innen hat das Home Office den großen Vorteil, Fahrzeit zur Arbeitsstelle  einzusparen“, sagt Karriereberater Hans-Georg Willmann. „Je nach Entfernung kommen so schnell mehrere Stunden pro Woche zusammen, die anders genutzt werden können, als dafür, im Stau oder der U-Bahn zu stehen. Viele Mitarbeiter:innen machen außerdem die Erfahrung, dass sie im Home Office sehr viel konzentrierter an wichtigen Aufgaben arbeiten können. Besonders junge Arbeitskräfte und Eltern finden außerdem, dass sie im Home Office Beruf und Familie besser unter einen Hut bekommen.“

Vor welchen Herausforderungen stehen Arbeitnehmende im Home Office?

„Für Arbeitnehmer:innen bedeutet die Arbeit im Home Office eine höhere Anforderung an die Selbstmanagementfähigkeiten. Wenn Berufliches und Privates ineinanderfließen (Work-Life Blending) muss man sich sehr gut selbst managen können. Dazu braucht man Zeitmanagement-Kenntnisse und Arbeitstechniken. Wer beruflich aufsteigen will, muss sich außerdem überlegen, wie man es schafft, den/die eigene:n Chef:in auch virtuell zu überzeugen. Die Frage lautet also: Wie kann ich mich mit den eigenen Leistungen und Stärken sichtbar machen?

Tipp 1: Ziehen Sie sich im Home Office an wie im Büro

Für einige ist es im Home Office verlockend, den Schlafanzug anzulassen und mit dem Laptop auf dem Schoß im Bett zu arbeiten. Schließlich sind Sie ja zu Hause – und zudem allein. Um wach in den Tag zu starten und den Beginn Ihres Arbeitstages einzuläuten, sollten Sie sich trotzdem richtig anziehen – und zwar so, als würden Sie ins Büro gehen. Das hilft bei der Trennung von Entspannungs- und Arbeitszeit. Sie müssen nicht gleich Ihre elegantesten Schuhe hervorholen, aber ein normales Tagesoutfit sollte es schon sein. So kommen Sie auch nicht in Verlegenheit, wenn Sie spontan in eine Videokonferenz gebeten werden. Sehen Sie es als Teil Ihrer Selbstorganisation im Home Office an, sich zum Start Ihrer Heimarbeit adäquat zu kleiden.

Tipp 2: Investieren Sie in bürotaugliche Möbel

Am Küchentisch oder auf dem Sofa sitzend zu arbeiten, mag zu Beginn ganz spaßig sein. Dauerhaft sind solche Arrangements jedoch nicht zu empfehlen und können zu Muskelverspannungen und Fehlhaltungen führen. Darüber hinaus gilt: Besonders produktiv gelingt die Arbeit auf dem Sofa voraussichtlich sowieso nicht. Möchten Sie Ihr Home Office einrichten, beherzigen Sie folgende Tipps für Ihr Büro zu Hause: 

  • Ein zusätzlicher Bildschirm entlastet Sie von der ausschließlichen Arbeit am Laptop.
  • Nutzen Sie eine externe Tastatur und eine Maus.
  • Legen Sie Wert auf einen ergonomischen Stuhl.
  • Besorgen Sie sich nach Möglichkeit einen höhenverstellbaren Schreibtisch – diese Investition kann sich für Ihre Gesundheit lohnen.

Überlegen Sie, was in Ihren vier Wänden sinnvoll und möglich ist  – und wie Sie am besten arbeiten können.

Grenzen Sie den Arbeitsplatz im Wohnraum ein

„Der Begriff Home Office ist in englischsprachigen Ländern überraschenderweise gar nicht gebräuchlich“, sagt Karriereberater Hans-Georg Willmann. „Im Englischen heißt es ’work from home’, was in meinen Augen eine sehr viel passendere Bezeichnung ist. Es ist unser Zuhause, wo wir für unseren Arbeitgeber arbeiten. Dessen bewusst, sollte man sich einen abgegrenzten Platz einrichten, an welchem diese Arbeit zu Hause stattfinden kann. Der Arbeit einen Platz geben, sozusagen um sie zu verorten und damit zu begrenzen. Denn wenn die Arbeit zuhause überall Einzug hält, zum Beispiel in die Küche und das Wohnzimmer, ins Bad und ins Schlafzimmer, dann ist das für unsere Psychohygiene schädlich.“

Tipp 4: Legen Sie Pausen mit Bewegung ein

Nur, weil Sie nicht im Büro anwesend sind, heißt das nicht, dass Sie ununterbrochen erreichbar sein müssen. Im Home Office brauchen Sie genauso viele Pausen wie Ihre Kolleginnen und Kollegen vor Ort. Denken Sie an regelmäßige Zeitfenster zur Erholung und nutzen Sie diese, um sich ein bisschen zu bewegen. Das tut Ihrem Körper gut – und gibt Ihnen wieder neue Energie, um danach vertieft weiterzuarbeiten. Planen Sie also Bewegung und frische Luft ein. Ein kurzer Spaziergang oder eine kleine Runde mit dem Fahrrad reichen völlig aus und helfen dabei, Ihre Konzentration zu steigern. Sie werden sehen: Pausen zählen zu den effizientesten Home Office Motivation Tipps – und bereichern das effiziente Arbeiten enorm. Probieren Sie es aus!

Müssen Pausen und Ruhezeiten im Home Office eingehalten werden?

Ja – es gelten hierbei dieselben Regeln wie im Büro. Arbeiten Sie mehr als 6 Stunden, ist eine Pausendauer von 30 Minuten verpflichtend, sind es mehr als 9 Stunden, müssen Sie mindestens 45 Minuten Pause einlegen. Ihre Pausen können Sie dabei aufteilen, solange Sie pro Unterbrechung 15 Minuten nicht unterschreiten. Machen Sie abends Feierabend und arbeiten am nächsten Tag weiter, muss die Unterbrechung in jedem Fall 11 Stunden betragen.

„Schaffen Sie sich eine Pausen-App an, die Sie immer wieder daran erinnert, auch wirklich aufzustehen, etwas zu trinken oder sich einfach ein wenig zu strecken. Sie werden dadurch viel effizienter und fühlen sich fitter."

Hans-Georg Willmann, Karriereberater

Tipp 5: Gönnen Sie sich einen Umgebungswechsel

Im Home Office fallen viele Gelegenheiten für einen Ortswechsel weg. Im Büro können Sie mit dem Kollegen oder der Kollegin mal eben in die Kantine – oder ins nahegelegene Café gehen. Zu Hause bleiben Sie für virtuelle Meetings oft stundenlang an Ihrem Schreibtisch sitzen. Das muss nicht sein: Vereinbaren Sie das nächste Mal einfach einen Anruf anstelle einer Videokonferenz und machen Sie sich mit Handy und Headset auf den Weg nach draußen. Wenn Sie mehrere Dinge besprechen wollen, können Sie sich vorab Notizen auf dem Handy machen und im Garten oder Park davon ablesen.

Tipp 6: Beseitigen Sie unnötige Störfaktoren

Sie kennen sich selbst am besten und wissen vermutlich genau, wovon Sie oft gerne mal abgelenkt werden. Ob es das verlockende Smartphone ist, die Kinder der Familie oder das Paket, das gerade abgeliefert wurde. In einem strukturierten Arbeitsalltag mit Deep Work Phasen können Sie sich für diese Dinge in Ihren Pausen genug Zeit nehmen. Während der Arbeit sollten Sie jedoch alle Faktoren bewusst versuchen zu beseitigen, damit sie effizient arbeiten können. Legen Sie Ihr privates Smartphone in einen anderen Raum, sagen Sie Ihrer Familie, zu welchen Zeiten Sie nicht gestört werden möchten und heben Sie sich das Paket für nach der Arbeit auf.

Tipp: Auch Noise-Cancelling-Kopfhörer oder Ohrstöpsel können helfen, unvermeidbaren Lärm möglichst gut auszublenden.

Finden Sie den idealen Geräuschpegel

„Schaffen Sie sich eine Umgebung, in der Sie ungestört arbeiten können“, rät Hans-Georg Willmann. „Unterschätzen Sie die Macht der Umgebung nicht. Es kostet Sie zum Beispiel zehnmal mehr Energie, nicht auf Ihr Handy zu schauen, wenn ein Signalton eine eingehende Nachricht ankündigt, als das Handy im Flugmodus in die Schublade zu legen.“

Tipp 7: Strukturieren Sie Ihren Arbeitstag im Home Office

Der Büroalltag folgt oft einem bestimmten Rhythmus, der Gang zu Meetingräumen und der Aufbruch in die Mittagspause teilen den Tag in planbare Abschnitte. Im Home Office fehlt diese Struktur, sodass der Arbeitstag sehr lang erscheinen kann. Lassen Sie sich davon nicht entmutigen und planen Sie Ihren Arbeitstag. Im Home Office ist eine gute Organisation wichtig. Folgende Tipps unterstützen Sie dabei, produktiv zu arbeiten:

  • Überlegen Sie sich vorher genau, zu welcher Uhrzeit was passieren soll und halten Sie Ihre Pausenzeiten zu den festgelegten Uhrzeiten ein. 
  • Nutzen Sie To-do-Listen, um Struktur zu schaffen. 
  • Starten Sie den Tag mit dem Projekt, das höchste Priorität hat, und arbeiten Sie sich so durch die Aufgaben. 
  • Wenn Sie am Ende Ihres Arbeitstages eine Liste für den nächsten Tag machen, können Sie am Morgen motiviert und ohne Verzögerung durchstarten. 

Tipp 8: Bereiten Sie Ihr Mittagessen vor

Ein Vorteil im Home Office: Sie haben Ihre eigene Küche und können in Ihrer Mittagspause etwas Leckeres zu essen kochen. Damit sparen Sie sich Geld, das Sie im Büro vielleicht für eine Pause im Restaurant oder ein Essen to-go ausgegeben hätten. Für diejenigen, die die Mittagspause aber nicht mit Kochen verbringen wollen, gibt es noch eine andere Lösung. Bereiten Sie Ihr Mittagessen idealerweise schon am Vortag vor, indem Sie einfach eine größere Menge als gewöhnlich kochen – und den Rest für ein oder mehrere Mittagessen aufheben. Die gesparte Zeit investieren Sie wiederum zum Beispiel für einen kurzen Spaziergang oder eine Pause. Das reduziert Stress.

Tipp 9: Auch aus dem Home Office das Teamgefühl stärken

Auch wenn Ihr Team nicht vollständig vor Ort arbeitet, haben Sie die Möglichkeit, das Teamgefühl auch online aufrechtzuerhalten. Für eine erfolgreiche Zusammenarbeit ist das Wir-Gefühl in einem Team von zentraler Bedeutung. Stellen Sie dazu einen regelmäßigen Kontakt unter den Kolleg:innen sicher. Auch ein Onlinemeeting in einem privaten Rahmen, das die gemeinsame Kaffeerunde ersetzt, kann sich positiv auf den Teamgeist auswirken. Ziehen Sie zusätzlich Teambuilding-Maßnahmen in Erwägung, etwa gemeinsame virtuelle Mittagessen, kurze Bingo-Runden oder Online-Kaffeepausen.

Tipp 10: Machen Sie bei mobiler Arbeit konsequent Feierabend

Das Home Office kann vom Traum zum Albtraum werden, wenn Sie keine Grenzen für eine gesunde Work-Life-Balance setzen. Weil Ihr Arbeitsplatz auch der Ort ist, an dem Sie sich entspannen und ausruhen, sollten Sie genau darauf achten. Ansonsten fühlt es sich bald so an, als würden Sie nie so richtig mit der Arbeit aufhören – und sich deshalb auch nie voll entspannen. Auch wenn die Grenzen zwischen Arbeit und Freizeit räumlich verschwimmen, sollten diese Grenzen zumindest zeitlich strikt getrennt werden. Konzentrieren Sie sich tagsüber – oder zu Ihren gewählten Arbeitszeiten – voll auf die Arbeit und schalten Sie zum Feierabend ab. Fahren Sie Ihren Laptop herunter und schalten Sie Benachrichtigungen auf Ihrem Smartphone ab. Schließen Sie, wenn auch nur bildlich, die Tür zum Büro: Sie haben jetzt frei. 

Füllen Sie die Freizeit mit arbeitsfernen Dingen

„Denken Sie daran: Ihr Körper und Ihr Geist brauchen Auszeiten, sonst laufen Sie heiß und dann geht nicht mehr viel“, sagt Hans-Georg Willmann. „Nehmen Sie sich in Ihrer Freizeit schöne Dinge vor. Treffen Sie Leute, gehen Sie essen oder in die Natur, ins Museum oder belegen Sie einen Kochkurs. Regen Sie alle Ihre Sinne an, besonders die, die Sie während der Arbeit am Rechner nicht benutzen. Wir Menschen brauchen das, um gesund zu bleiben und das mehr, als wir oftmals denken.“

Was ist besser: Home Office oder die Arbeit im Büro?

Hans-Georg Willmann rät, wenn möglich, hybride Arbeitsmodelle zu nutzen: „Wer die Möglichkeit hat, sowohl im Büro beim Arbeitgeber, als auch von zu Hause aus zu arbeiten, sollte davon Gebrauch machen. Der direkte Kontakt zu Kolleg:innen und Chefs/Chefinnen ist eine wichtige Komponente im Arbeitsalltag. Wir sind immer noch Wesen mit fünf Sinnen. Dem/der Chef:in die Hand zu geben und ihm/ihr in die Augen zu schauen ist nicht nur für uns selbst wichtig, sondern auch für unsere berufliche Entwicklung.“

Fazit: Das Home Office mit praktischen Tipps effizient nutzen

Mit all den genannten Tipps haben Sie viele Anregungen, um Ihren Arbeitsalltag zu Hause zu optimieren. In jedem Fall gilt: Machen Sie Ihr Home Office zu einem vollwertigen Arbeitsplatz – und zwar schon beim Einrichten. Denn damit Sie die Tipps nutzen können, sollten Sie von Beginn an darauf achten, dass die mobile Arbeit strukturiert und organisiert abläuft. Das erspart Ihnen Frust und sorgt dafür, dass Sie konzentriert und motiviert bleiben.

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