Jobangebot ablehnen: Muster, Gründe und Tipps

Glassdoor Team
Glassdoor Team | Autor & Karriere-Experte bei Glassdoor | 30. März 2023
Nach einem langen Bewerbungsprozess ist ein Jobangebot in den meisten Fällen ein Moment der Freude. Sie waren erfolgreich und haben eine Zusage erhalten. Doch manchmal passiert es, dass Sie das Jobangebot ablehnen müssen. Dafür gibt es unterschiedliche Gründe. Welche das sind und wie Sie ein Jobangebot geschickt ablehnen und ein Muster dafür nutzen können, erfahren Sie in unserem Beitrag.
Jobangebot ablehnen: Welche Gründe gibt es?
Wenn Sie ein Jobangebot ablehnen, kann das unterschiedliche Gründe haben. Neben zu wenig Gehalt und persönlichen Gründen ist die Entscheidung für eine andere Stelle ein weiterer Grund dafür, sich gegen den Arbeitgeber zu entscheiden. Nennen Sie Ihre Begründung in der Absage, ohne ausschweifend zu werden. Wie Sie bei den drei häufigsten Gründen vorgehen, zeigen wir Ihnen Schritt für Schritt.
Grund 1: Ein Jobangebot ablehnen wegen zu wenig Gehalt
Ein möglicher Grund gegen eine Stelle ist zu wenig Gehalt. Sie haben Ihre Gehaltsvorstellung in der Bewerbung formuliert und im Vorstellungsgespräch besprochen – und dennoch ist der Betrag in Ihrem Jobangebot deutlich niedriger. In diesem Fall erklären Sie ehrlich, dass Sie eigentlich gerne den Job angenommen hätten, aber es am Gehalt scheitert. Manchmal wendet sich das Blatt dadurch und Sie können weitere Gehaltsverhandlungen führen. Gehen Sie aber nicht automatisch davon aus.
Mögliche Formulierung und Muster bei zu wenig Gehalt:
Liebe/r Herr/Frau XY,
vielen Dank für das Jobangebot als XY, über das ich mich sehr gefreut habe.
Sehr gerne hätte ich das Angebot angenommen, allerdings liegt das Gehaltsangebot unter meinen Vorstellungen, die sich aus meiner Qualifikation und Erfahrung ergeben.
Sofern Sie hier noch Spielraum für weitere Verhandlungen sehen, freue ich mich über eine Rückmeldung und bin gerne auch telefonisch unter 0123/456789 erreichbar.
Mit freundlichen Grüßen
XY
Grund 2: Ein Jobangebot ablehnen aus persönlichen Gründen
Zwischen der Bewerbung und der Zusage kann einige Zeit vergehen. Es kann in diesem Zeitraum also passieren, dass sich Ihre Lebensumstände verändern oder Sie allgemein die Einschätzung des Unternehmens geändert haben. Vielleicht ist ein Umzug nun unausweichlich oder Sie müssen aus familiären Gründen kürzertreten, um zum Beispiel Verwandte zu pflegen. Aber auch Aspekte wie die Eindrücke beim Probearbeiten können dabei eine Rolle spielen. Wenn Sie beispielsweise feststellen, dass Ihnen die Unternehmenskultur nicht zusagt.
Hier gilt: So genau müssen Sie das in der Absage gar nicht formulieren. Es reicht, wenn Sie erwähnen, dass Sie aus persönlichen Gründen absagen. Dadurch weiß der oder die Personalverantwortliche, dass Sie für den Job nicht mehr zur Verfügung stehen.
Mögliche Formulierung und Muster bei persönlichen Gründen:
Liebe/r Herr/Frau XY,
vielen Dank für das Jobangebot als XY, über das ich mich sehr gefreut habe.
Leider haben sich meine Lebensumstände zwischenzeitlich geändert und ich muss Ihr Angebot aus persönlichen Gründen absagen.
Ich bitte Sie um Verständnis für diese Entscheidung und bedanke mich für Ihre Zeit und den professionellen Bewerbungsprozess. Für das Besetzen der vakanten Stelle wünsche ich Ihnen viel Erfolg und alles Gute.
Mit freundlichen Grüßen
XY
Grund 3: Das Jobangebot ablehnen wegen anderer Stelle
In den meisten Fällen bewerben Sie sich nicht nur bei einem Unternehmen. Daher kann es vorkommen, dass Sie nicht nur ein Jobangebot vorliegen haben, sondern mehrere. Dann heißt es abwägen, welches Jobangebot Sie annehmen oder ablehnen. Mindestens eines der Angebote müssen Sie im Zuge dessen dann absagen.
Erwähnen Sie dabei lediglich, dass Sie eine andere Stelle angenommen haben - wo ist in diesem Fall nicht relevant. Bedanken Sie sich freundlich und wertschätzend für das Angebot, aber erklären Sie nicht genau, wieso Ihnen die andere Stelle mehr zugesagt hat.
Mögliche Formulierung und Muster bei anderweitiger Zusage:
Liebe/r Herr/Frau XY,
vielen Dank für das Jobangebot als XY und Ihre positive Rückmeldung.
Leider muss ich Ihnen auf diesem Weg mitteilen, dass ich mich für eine andere Stelle entschieden habe und das Angebot aus diesem Grund ablehnen muss.
Für Ihre Zeit und den professionellen Bewerbungsprozess möchte ich mich herzlich bedanken! Beim Besetzen der vakanten Stelle wünsche ich Ihnen viel Erfolg und alles Gute.
Mit freundlichen Grüßen
XY
Wie Sie ein Jobangebot ablehnen: Tipps zur Formulierung
Allgemein gelten für die Formulierung drei entscheidende Regeln:
- Bleiben Sie höflich.
- Formulieren Sie die Absage freundlich.
- Fassen Sie sich kurz.
Denken Sie daran, dass Ihr Gegenüber sich Zeit genommen hat, um Ihre Bewerbung zu lesen, das Vorstellungsgespräch vorzubereiten und den Bewerbungsprozess zu analysieren. Bedanken Sie sich deshalb höflich für diese Zeit und bitten Sie um Verständnis für die Absage. Schließlich kann es sein, dass Sie irgendwann wieder auf diese Person treffen – und dann ist es von Vorteil, wenn Sie bei Ihrer Absage einen guten Eindruck hinterlassen haben. Das gilt auch in Sachen Freundlichkeit.
Lassen Sie keine schlechten Gefühle aufkommen. Wenn es sehr persönliche oder gesundheitliche Gründe sind, weswegen Sie das Jobangebot ablehnen, müssen Sie diese nicht erwähnen. Dann ist es besser, die Begründung vage zu halten. Im Großen und Ganzen ist es für Ihre Absage wichtig, dass Sie diese kurz formulieren. Erklären Sie knapp, dass Sie das Jobangebot ablehnen und nennen Sie einen Grund. Diesen müssen Sie nicht langwierig ausführen und erläutern.

Wie gehen Sie vor, wenn Sie ein Jobangebot ablehnen – telefonisch oder per Mail?
Wahrscheinlich fällt es Ihnen am leichtesten, das Jobangebot per E-Mail abzulehnen und die Muster für die verschiedenen Gründe zu adaptieren. In diesem Fall erleben Sie nicht direkt die Reaktion auf Ihre Absage mit. Wenn Sie allerdings besonders selbstbewusst wirken möchten, sollten Sie anrufen, um die Stelle abzusagen.
Im Großen und Ganzen ist es aber kein Problem, das Jobangebot per Mail abzulehnen. Das spart Ihnen und Ihrem Gegenüber manchmal sogar Zeit. Bedenken Sie dabei unsere Ratschläge für die Formulierung. Gerne können Sie auch die Muster für ein Telefonat oder eine E-Mail benutzen und auf Ihre Situation anpassen.
Persönlicher und im direkten Gespräch: Jobangebot ablehnen und Muster für das Telefonat nutzen
Hallo Herr/Frau XY,
hier spricht XY. Ich rufe an wegen des Jobangebots als XY. Vielen Dank noch mal dafür, ich habe mich sehr über die Zusage und die positive Rückmeldung von Ihnen gefreut. Leider ist es jedoch so, dass ich aufgrund von XY absagen muss. Ich hoffe, Sie haben Verständnis für meine Entscheidung, die mir nicht leicht gefallen ist und dass Sie bald die offene Stelle besetzen können. Alles Gute für Sie.
Bereiten Sie sich bei einem Telefonanruf immer auf eventuelle Rückfragen vor.
Zum Beispiel, wenn Sie zu wenig Gehalt als Grund angeben, sollten Sie eine genaue Vorstellung nennen können, bei der die Verhandlungen noch einmal aufgenommen werden könnten.
Stellen Sie sich außerdem darauf ein, dass Sie das Muster nicht am Stück sagen werden. Es kann passieren, dass Sie dabei unterbrochen werden. Bleiben Sie in diesem Fall konzentriert und legen Sie das Muster am besten ausgedruckt vor sich hin oder lassen Sie es am Bildschirm offen, um sich nicht zu verhaspeln.
Fazit: Jobangebot höflich und zeitnah ablehnen
Wenn Sie ein Jobangebot ablehnen, achten Sie immer darauf, höflich zu sein und zeitnah zu antworten. Sie selbst möchten auch nicht ewig auf eine Rückmeldung warten. Kurz und freundlich ist dafür die richtige Variante. Schließlich wissen Sie nicht, wann Sie das nächste Mal auf Ihren Ansprechpartner oder Ihre Ansprechpartnerin treffen. Nicht umsonst heißt es: Man sieht sich immer zweimal im Leben. Bleiben Sie also durchweg professionell – und sorgen Sie dafür, dass Sie trotz der Absage einen guten Eindruck bei den Personalverantwortlichen hinterlassen.

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